Integriertes Verkehrskonzept Innenstadt

Ein Verkehrskonzept für die Geseker Innenstadt

Nach gut eineinhalb Jahren intensiver Arbeit liegt das Integrierte Verkehrskonzept für die Geseker Innenstadt final vor und wurde am 24. Mai 2022 von den zuständigen Fachausschüssen der Stadt Geseke beschlossen. Damit kann es nun an die Realisierung der vorgesehenen Maßnahmen gehen!

Auf dieser Seite können Sie sich über alle Inhalte des Konzeptes und über den erfolgten Prozess der Aufstellung informieren. Wir freuen uns über Ihr Interesse!

Inhalt

Grußwort des Bürgermeisters

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
liebe Leserinnen und Leser,

veränderte Bedürfnisse und der Wandel im Mobilitätsverhalten der Bevölkerung stellten für die Stadt Geseke den Anlass dar, eine umfassende Betrachtung der Verkehrssituation im innerstädtischen Bereich vorzunehmen.

Im Zuge dieser Betrachtung wurde in einem ausführlichen Prozess mit intensiver Bürger- und Öffentlichkeitsbeteiligung ein „Integriertes Verkehrskonzept“ für die Innenstadt aufgestellt, das als strategische Handlungsempfehlung für die Mobilitäts- und Verkehrsentwicklung der kommenden Jahre dienen soll.

Das Verkehrskonzept ergänzt das Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK) für die Innenstadt, das bereits im Dezember 2017 verabschiedet wurde.

Die künftigen Herausforderungen der Gesellschaft – Klimawandel, demografischer Wandel, Ressourcenverbrauch – betreffen auch die kommunale Verkehrs- und Stadtentwicklung, weshalb der Fokus des integrierten Verkehrskonzeptes auf einer nachhaltigen Mobilitätsentwicklung liegt. Dazu zählen insbesondere auch Maßnahmen zur Verringerung von Barrieren im öffentlichen Raum, zur Erhöhung der Verkehrssicherheit, zur Stärkung des Umweltverbundes (Bus, Bahn, Fahrrad, Fuß) und zur Optimierung des ruhenden Verkehrs.

Ich danke allen Beteiligten, die zum jetzigen Stand des „Integrierten Verkehrskonzepts“ beigetragen haben!

Ihr

Remco van der Velden
Bürgermeister

Überblick

Die Stadt Geseke hat für ihre Innenstadt ein Integriertes Verkehrskonzept aufgestellt. Dieses dient als strategischer Handlungsrahmen für die Mobilitäts- und Verkehrsentwicklung. Das Gesamtkonzept enthält eine Analyse der bestehenden verkehrlichen Situation, Zielsetzungen für die Zukunft sowie konkret umsetzbare Maßnahmen – eng gekoppelt an eine Beteiligung der Öffentlichkeit, der Politik sowie an fachliche Abstimmungen.

Das Untersuchungsgebiet Innenstadt beinhaltet den historischen Stadtkern Gesekes innerhalb des Wallrings sowie den Bahnhofsbereich; der Straßenring sowie relevante zuführende Straßen wurden mit berücksichtigt.

Projektzeitplan

Die Aufstellung des Konzeptes dauerte von Ende 2020 bis Sommer 2022.

Mit dem Integrierten Verkehrskonzept soll insgesamt eine nachhaltige und ausgewogene Mobilitäts- und Verkehrsentwicklung in Bezug auf die Geseker Innenstadt erreicht werden – also die Lebensqualität erhöht, der Schutz der Umwelt verbessert und die Innenstadt als Wohn-, Einkaufs-, Arbeits- und Freizeit-Mittelpunkt der Stadt Geseke gestärkt werden.

Für den Verkehr geht es um die folgenden Leitziele:

  • Verringerung der Barrieren im öffentlichen Raum
  • Erhöhung der Verkehrssicherheit
  • Stärkung des Umweltverbundes (Fuß-, Rad- und öffentlicher Verkehr)
  • Optimierung des ruhenden Kfz-Verkehrs

Damit diese hehren Ziele keine Luftschlösser bleiben, hat die Stadt Geseke zusammen mit ihren Bürgerinnen und Bürgern und den Planungsbüros LK Argus und plan:mobil aus Kassel die Bestandssituation umfassend analysiert, zwei Öffentlichkeitsbeteiligungen und zahlreiche, teils langwierige Abstimmungen vorgenommen sowie konkrete Handlungsziele aufgestellt – um am Ende einen differenzierten Maßnahmenkatalog zu erhalten, der auf Konsens stößt und der von der Verwaltung nun schrittweise umgesetzt werden kann.

Im Folgenden können Sie die Endergebnisse sowie die Zwischenergebnisse der Konzepterstellung (in absteigender Aktualität) jeweils als Zusammenfassung beschrieben finden und sich darüber hinaus jeweils die ausführlichen Dokumente herunterladen:

Download: Beschluss Integriertes Verkehrskonzept Innenstadt Geseke
Download: Präsentation in der Fachausschuss-Sitzung vom 24. Mai 2022
Download: Gesamtbericht Integriertes Verkehrskonzept Innenstadt Geseke

Endergebnisse: Maßnahmen des Integrierten Verkehrskonzepts

In der Übersichtstabelle ist das wesentliche Ergebnis des Integrierten Verkehrskonzepts zu sehen: ein abgestimmtes und abgewogenes, in sich kongruentes integriertes Maßnahmenkonzept. Die Maßnahmen wurden dabei nach dem jeweils maßgeblich verfolgten Leitziel (A-D) in entsprechenden Handlungsfeldern strukturiert, wobei häufig ein Beitrag zu mehreren Leitzielen erreicht wird. Zu den Maßnahmen gab es eine umfassende Öffentlichkeitsbeteiligung sowie zahlreiche fachliche und politische Abstimmungen.

In der Tabelle können auch der gestufte Beschluss zum Maßnahmenkonzept sowie die Prioritäten abgelesen werden. Die meisten Maßnahmen wurden als Umsetzungsauftrag für die Verwaltung von den zuständigen Fachausschüssen beschlossen. Die Dringlichkeit beschreibt dabei, wie stark eine Maßnahme zur Erreichung der gesetzten Ziele beiträgt (!!!) – wichtig (!!) – weniger wichtig (!). Die Umsetzbarkeit beschreibt, wie viel Aufwand für eine Maßnahme vergleichsweise zu leisten ist ( - ). Für einige Maßnahmen vor der Umsetzung noch eine besondere politische Beratung nötig, diese sind mit „O“ gekennzeichnet. Für die Fahrradzone Innenstadt ist eine politische Beratung zur genauen Ausgestaltung des Verkehrsversuchs vorgesehen.

Zusammenfassung: Zielzustand Verkehrslenkung und -regelung

In der Karte ist der Zielzustand der Verkehrslenkung und -regelung in der Geseker Innenstadt zusammengefasst dargestellt. Insgesamt lässt sich ein „Zwiebelschalenprinzip“ der Verkehrsberuhigung erkennen: Der Innenstadtring aus B 1, L 549 und nachrangig der K 58 dient der Aufnahme des Kfz-Verkehrs ohne Quelle oder Ziel in der Innenstadt. Die Innenstadt selbst ist eine verkehrsberuhigte Zone, potenziell eine Fahrradzone, in der sich der Kfz-Verkehr an die Geschwindigkeit des Radverkehrs anpasst. Im Zentrum erhöht ein Shared Space die Aufenthaltsqualität, der Kfz-Verkehr fährt hier besonders aufmerksam. Das Herzstück der Geseker Innenstadt bilden der umgestaltete Marktplatz und die leicht erweiterte Fußgängerzone, in der sich wiederum der zugelassene Radverkehr an die Geschwindigkeit des Fußverkehrs anpasst.

Maßnahmen zur Verringerung der Barrieren im öffentlichen Raum

Die Barrieren im öffentlichen Raum sollen deutlich verringert werden, um die Nutzung der Straßenräume für alle Personen und damit die Teilhabe am öffentlichen Leben zu gewährleisten. Hierfür soll besonders die Querung der Fahrbahn erleichtert werden, indem Querungsstellen mit Seitenraumvorstreckungen und teils Mittelinseln sowie differenzierter Bordhöhe und Bodenindikatoren versehen werden. Auf den wichtigsten Gehverbindungen, etwa im Zuge des Wallrings, soll dem Fußverkehr durch Fußgängerüberwege (Zebrastreifen) Vorrang eingeräumt werden. Auch die Benutzbarkeit der Gehwege auf der Strecke ist elementar für die Barrierefreiheit: Vor allem die stellenweise deutlich zu schmalen Gehwege sollen auch unter Verwendung von bisher dem Kfz-Verkehr vorbehaltenen Flächen verbreitert werden. Im Sinne der Daseinsvorsorge ist nicht zuletzt der ÖPNV barrierefrei auszugestalten. Hierfür sollen Haltestellen in beiden Fahrtrichtungen vorhanden und nach den entsprechenden Standards ausgebaut sein. Dabei gilt es in Bezug auf diese Maßnahmen insgesamt zu betonen, dass diese nicht nur Personen mit Mobilitätseinschränkungen, sondern grundsätzlich allen Menschen und meist auch der Verkehrssicherheit zugutekommen.

Maßnahmen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit

Die Verkehrssicherheit muss erhöht werden, um einerseits unfallbedingte Schäden an Leib und Leben sowie Sachgütern abzuwenden und andererseits das partnerschaftliche Miteinander im Straßenverkehr zu fördern. Der gelungene Kurs in Geseke, Kreuzungen zu Kreisverkehren umzubauen, soll behutsam fortgesetzt werden. Einige an den bestehenden Kreisverkehren vorhandene Mängel müssen behoben werden, um das volle Sicherheitspotenzial dieser Knotenpunktform zu entfalten. In bestimmten Straßen mit schmaler Fahrbahn bzw. starkem ruhenden Kfz-Verkehr sollen nach sorgfältiger Abwägung zur Vermeidung des Kfz-Gegenverkehrs Einbahnstraßen eingerichtet werden, wobei die gute Lösung eines Schutzstreifens in Gegenrichtung aus der Ostmauer übernommen werden soll. Bei der Einfahrt in die Innenstadt soll durch die Straßenraumgestaltung eine angepasste Fahrweise und die Einhaltung von Tempo 30 unterstützt werden, ohne die Befahrung für Lkw und Busse zu erschweren. Schließlich gilt es angesichts der Unfallstatistik und der erwünschten Steigerung des Radverkehrsanteils, besonders die Sicherheit von Radfahrenden durch bauliche und regulatorische Maßnahmen, aber auch durch geeignete Kampagnen und Aktionen in den Blick zu nehmen.

Maßnahmen zur Stärkung des Umweltverbundes

Für eine nachhaltige Verkehrsentwicklung ist der Umweltverbund zu stärken, das heißt das Fahrradfahren, Zufußgehen sowie die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel sind für sich und im Zusammenspiel als attraktive Alternative zur Pkw-Nutzung zu fördern. Dies geht oft, aber nicht nur ohne dabei kleine Nachteile für den Kfz-Verkehr in Kauf zu nehmen, da diese Verkehrsarten um den knappen Straßenraum teils konkurrieren. Dabei muss und wird die Erreichbarkeit der Geseker Innenstadt auch mit dem Kfz selbstverständlich weiterhin sichergestellt werden. Dieser hehre Ansatz kann nur mit einem umfassenden und integrierten Konzept gelingen, was den Umfang dieses Handlungsfeldes erklärt. Auch gibt es hierbei den meisten Diskussionsbedarf, weswegen über einige Maßnahmen vor der Umsetzung noch abschließend politisch beraten werden soll.

Zunächst sollen die sternförmigen Radverkehrsverbindungen in die Innenstadt aus der Kernstadt, den Ortsteilen und den Nachbarorten verbessert werden. Hierzu sind außerörtliche Radwege sowie Schutzstreifen an den innerörtlichen Hauptverkehrsstraßen nötig. Des Weiteren steht besonders die Hauptverbindung von Störmede über die westliche Kernstadt in die Innenstadt im Fokus. Hierbei kommen grundsätzlich zwei unterschiedliche Routen in Betracht, über deren Ausbau abschließend politisch beraten werden muss. In der Innenstadt selbst sollte das Fahrrad flächig gestärkt werden. Hierzu wird das Instrument einer Fahrradzone empfohlen, bei der Kfz mit Ziel in der Innenstadt selbstverständlich weiterhin erwünscht sind, sich aber an die Geschwindigkeit der Radfahrenden anpassen müssen. Die Fahrradzone soll zunächst im Rahmen eines Verkehrsversuches erprobt werden, bei dem die Auswirkungen untersucht werden und in eine abschließende Entscheidung einfließen können. Dass die Einbahnstraßen weitgehend für den Radverkehr in Gegenrichtung freigegeben werden, stößt auf einhellige Resonanz, ebenso der Ausbau hochwertiger Radabstellanlagen. Für die Umgestaltung von Straßenräumen im Zentrum der Innenstadt zur Erhöhung der Fuß- und Radverkehrs- sowie der Aufenthaltsqualität benötigt es auch noch eine abschließende politische Beratung. Grundsätzlich soll der gute Kurs fortgesetzt werden, die Straßen- und Stadträume in der Innenstadt ihrer verkehrlichen und städtebaulichen Funktion entsprechend beruhigt zu gestalten. Klar ist, dass bisheriger Kfz-Durchgangsverkehr durch den Wallbereich weitgehend auf die Innenstadtumfahrung aus B 1 und L 549 gebündelt werden soll, um die verkehrsberuhigte Innenstadt zu entlasten. Dabei verbessern die Schutzstreifen auf der L 549 grundsätzlich auch den Kfz-Verkehrsfluss, weil das Parken auf die Parkstreifen beschränkt wird.

Die Rolle des ÖPNV soll über die Schulverkehre hinaus strategisch gestärkt werden. Hierzu wird zunächst der Bahnhof zu einer Mobilstation ausgebaut, um das Umsteigen zwischen den Verkehrsarten und damit auch die „letzte Meile“ vom Bahnhof zum Ziel oder andersherum zu erleichtern. Dabei sollen auch neue Sharing-Angebote zum Einsatz kommen. In der Innenstadt selbst soll die Buslinienführung durch Minibusse vereinfacht und stadtverträglicher gestaltet werden. Im Busverkehr gibt es einige Ansätze zur kurzfristigen Verbesserung des Angebots sowie für das Marketing und die Kommunikation der Angebote. Mittelfristig wird eine Neuausrichtung des Busverkehrs anhand der Chancen der Digitalisierung empfohlen. Mit On-Demand-Verkehren im autonomen Betrieb könnten perspektivisch die individuellen und gesellschaftlichen Vorteile von Pkw und Bus durch die flexible Bündelung von Fahrten verschmolzen werden. Dabei lebt die ÖPNV-Entwicklung auch von angenehmen Fußwegen zur Haltestelle.

Maßnahmen zur Optimierung des ruhenden Kfz-Verkehrs

Schließlich soll der ruhende Kfz-Verkehr optimiert werden. Das vorhandene Parkraumangebot reicht insgesamt grundsätzlich aus, verschiedene Ansätze sollen dies gezielt bewahren und optimieren. So sollen die Sammelparkplätze in der Geseker Innenstadt nach Umbau des Marktplatzes erhalten und das Parkleitsystem angepasst werden. In der Kurzzeitparken-Zone im Zentrum der Innenstadt soll geprüft werden, in Einzelfällen Bewohner*innen-Parken zu ermöglichen, andererseits ist die Parkscheibenregelung besser durchzusetzen, damit die Parkplätze für Kundschaft und Besuchende verfügbar sind. Perspektivisch sollte eine flexiblere Parkraumbewirtschaftung erwogen werden. Ein wichtiges Thema ist zudem die Ordnung des Bring- und Holverkehrs am Schulzentrum Mitte, hier kann durch gezielt angelegte Kiss+Go-Parkplätze vermieden werden, dass in sensiblen Bereichen unübersichtliche Situationen entstehen. In einigen Wohnstraßen wurden viele Forderungen nach einer besseren Ordnung des Parkens laut, dies kann durch Parkflächenmarkierungen erreicht werden, ggf. auch in Form von Verkehrsberuhigten Bereichen. Ein innovativer Ansatz ist zudem, einzelne augenscheinlich dauerhaft nicht genutzte Kapazitäten auf großen privaten Sammelstellplätzen einer wirtschaftlichen Nutzung durch potenziell Interessierte zuzuführen und so auch einen kleinen Beitrag zur Entlastung des zentralen Versorgungsbereiches zu leisten. Dies bedarf jedoch einer umfassenden Prüfung und Abstimmung. Nicht zuletzt sollen weitere Ladestationen der Verbreitung von E-Kfz Vorschub leisten.

Ergebnisse der zweiten Beteiligungsphase

Bei der erfolgten Beteiligung ging es um den planerisch entwickelten Maßnahmenentwurf, zu dem die Bürgerinnen und Bürger aufgerufen wurden, ein Feedback zu geben. Die einzelnen Maßnahmen konnten nach ihrer Wichtigkeit bewertet sowie kommentiert werden. Vom 19. August bis zum 15. September 2021 war hier auf der Website die Beteiligungsmöglichkeit freigeschaltet – mit 360 Teilnehmenden ein neuer Rekord! Wir möchten uns wieder sehr für die rege Beteiligung bedanken. Insgesamt kamen 1.095 Kommentare sowie 68 eigene Maßnahmenvorschläge der Bürgerinnen und Bürger zusammen.

Wie anhand der ersten Beteiligung zu erwarten (siehe unten), stießen insbesondere die Maßnahmen, welche auf konkrete Verbesserungen für den Fuß- und Radverkehr sowie für die Barrierefreiheit abzielen, auf eine sehr positive Resonanz. Fast 90 % der Teilnehmenden ist ein Mittelstreifen über die Ernst-von-Bayern-Straße in Höhe der Verbindung Am Sandgraben – Lorenzgasse sehr wichtig oder wichtig. Weitere Querungsstellen für den Fußverkehr zu verbessern oder neu einzurichten, Zebrastreifen anzulegen sowie die Gehwege auszubauen fanden jeweils rund 80 % der Teilnehmenden sehr wichtig oder wichtig. Außerörtliche Geh- und Radwege, eine Fahrradstraße Am Sandgraben und in der Dr.-Sonnenschein-Straße, Fahrrad-Schutzstreifen auf der Störmeder Straße und an der L 549 Alhardstraße – Markusstraße (mit der sinnvollen Anregung, diese in der Delbrücker Straße bis zum Ortsausgang fortzusetzen), Einbahnstraßen für den Radverkehr zu öffnen und hochwertige Fahrradbügel aufzustellen fanden jeweils zwei Drittel der Teilnehmenden sehr wichtig oder wichtig. Zudem finden 60 % eine Fahrradzone innerhalb des Walls sehr wichtig oder wichtig, der Durchgangsverkehr durch die Innenstadt soll vermieden werden.

Die zur Erhöhung der Verkehrssicherheit vorgesehenen zwei neuen Kreisverkehre an der Ernst-von-Bayern-Straße finden jeweils zwei Drittel sehr wichtig oder wichtig. Fahrbahnverschmälerungen kamen dagegen gerade auf der Haholdstraße nicht so gut an, die Teilnehmenden plädieren eher für eine Ausweitung der Geschwindigkeitsüberwachung. Während 70 % eine Einbahnstraße in der Westmauer sehr wichtig oder wichtig finden und etwas mehr als die Hälfte in der Ostmauer, scheiden sich an den vorgeschlagenen Einbahnstraßen Bachstraße, Hellweg und südliche Ostmauer die Geister.

Der ruhende Kfz-Verkehr soll besser geordnet werden, auch durch die Markierung von Parkflächen in den Wohnstraßen. Für einzelne kleine Bereiche im Zentrum sollen Bewohner*innen-Parkausweise ausgestellt werden. Knapp zwei Drittel finden es zudem sinnvoll, die Mitnutzung großer privater Sammelstellplätze zu prüfen. Die Parkraumüberwachung auszuweiten finden dagegen die meisten eher unwichtig. Im Falle einer Bebauung des Noltenhofs ist es den meisten wichtig, Ersatz durch eine Tiefgarage zu schaffen. Jedoch halten viele eine Bebauung nicht für sinnvoll.

Die Mobilstation am Bahnhof ist für fast 90 % der Bewertenden sehr wichtig oder wichtig. Mehr als zwei Drittel finden den barrierefreien Ausbau der Bushaltestellen wichtig oder sehr wichtig, auch wenn die Busse laut vieler Kommentare wenig genutzt werden. Emissionsarme Minibusse in der Innenstadt finden mehr als die Hälfte wichtig oder sehr wichtig. Angebotsausweitungen für den Busverkehr kamen abends und am Wochenende etwas besser an als werktags. Als Marketingaktion im ÖPNV schlugen einige vor, günstige Probemonate anzubieten. Von den Teilnehmenden wurde zudem die Förderung des partnerschaftlichen Umgangs im Straßenverkehr vorgeschlagen.

Wenn Sie mehr über die Befragungsergebnisse wissen möchten, können Sie die ausführliche Dokumentation hier herunterladen:

Download der Dokumentation der zweiten Öffentlichkeitsbeteiligung

Ergebnisse der Analyse und Zielsetzungen für das Verkehrskonzept

Als Zwischenstand der Konzepterarbeitung liegen nun die Ergebnisse der planerischen Untersuchung der Bestandssituation sowie die Zielsetzungen für den Verkehr in der Innenstadt vor. Sie dienen als Ausgangsbasis für die Erarbeitung von konkreten Maßnahmen. Dabei wurden die Ergebnisse der ersten Öffentlichkeitsbeteiligung von diesem Frühjahr intensiv berücksichtigt (siehe diese weiter unten).

In der umfassenden Bestandsanalyse wurden sowohl alle Verkehrsarten als auch die Rahmenbedingungen des Verkehrs heute und in Zukunft untersucht. Zusammenfassend wurden Stärken, Schwächen, Risiken und Chancen zusammengestellt. So ist beispielsweise die grundsätzlich gute Erreichbarkeit der Innenstadt zu Fuß und mit dem Rad aufgrund der kompakten Stadtgröße eine Stärke, während die teilweise unattraktiven konkreten Wegeverbindungen als Schwäche gewertet werden können. Oder: in der Innenstadt liegt die Auslastung der Parkplätze insgesamt unter 60 %, während in einigen Bereichen, zu einigen Zeiten und für manche Nutzergruppen Defizite vorliegen. Die gesamte Analyse kann im Zwischenbericht angesehen werden (siehe Download).

Aufbauend auf die Analyse wurden Zielsetzungen für den Verkehr der Zukunft in der Geseker Innenstadt erarbeitet. Dabei wurden zunächst die vier grundsätzlichen Leitziele für das Verkehrskonzept herangezogen: Verringerung der Barrieren im öffentlichen Raum, Erhöhung der Verkehrssicherheit, Stärkung des Umweltverbundes (Fuß-, Rad- und öffentlicher Verkehr) und Überprüfung des ruhenden Kfz-Verkehrs. Diese stammen aus dem Integrierten Stadtentwicklungskonzept (ISEK) für die Geseker Innenstadt. Für jedes Leitziel wurden dann konkrete Handlungsziele erarbeitet: etwa barrierefreie Querungsmöglichkeiten zu schaffen oder die Radverkehrsverbindungen in die Innenstadt zu verbessern. Die gesamten Ziele können im Zwischenbericht angesehen werden (siehe Download).

Die Stärken-Schwächen-Analyse und die Zielsetzungen wurden am 24. Juni 2021 im Bau-, Planungs- und Verkehrsausschuss der Stadt Geseke präsentiert. Neben der Diskussion einzelner Punkte wurden die Inhalte insgesamt wohlmeinend angenommen und dienen nun als abgestimmte Basis für die Maßnahmenentwicklung.

Download der Präsentation vom 24. Juni 2021
Download des Zwischenberichts des Integrierten Verkehrskonzepts Innenstadt (Analyse und Zielsetzungen)

Ergebnisse der ersten Beteiligungsphase

Bei der erfolgten Beteiligung ging es um das Mobilitätsverhalten, die Einschätzung der Verkehrssituation heute, räumlich zu verortende Stärken, Schwächen und Ideen sowie um Zielsetzungen für den Verkehr der Zukunft. So konnten vier verschiedene Dialoge mit Fragebögen, Freitextangaben und einer Kartenabfrage beantwortet werden. 211 Personen nahmen teil.

Insgesamt dringt durch, dass vor allem die Bedingungen für den Fuß- und den Fahrradverkehr verbessert werden sollen. So ist es 88 % der Teilnehmenden sehr wichtig oder wichtig, dass die Querungsmöglichkeiten über die Straße zu Fuß und im Rollstuhl allgemein verbessert werden. Zwei Drittel möchten zudem, dass der Bereich innerhalb der Umwallung insgesamt für den Fußverkehr attraktiver gestaltet, weiter verkehrsberuhigt und von Kfz-Durchgangsverkehr freigehalten wird.

Über 80 % der Teilnehmenden finden eine Verbesserung der Verbindungen für das Fahrrad in die Innenstadt sehr wichtig oder wichtig. Innerhalb des Wallrings soll der Fahrradverkehr bevorrechtigt werden. Von großer Bedeutung ist zudem die Ausweitung der Radabstellanlagen am Bahnhof und im Zentrum.

Ein wichtiges Thema ist jedoch auch die Parkplatzsituation in der Innenstadt, gerade für die Bewohner*innen, von denen 79 % das ihnen zur Verfügung stehende Parkplatzangebot für nicht ausreichend befinden. Eine Prüfung der Mitnutzung großer privater Sammelparkplätze wird zur Entspannung der Parkplatzsituation von vielen als wichtig oder sehr wichtig eingestuft, auch der Wunsch nach Anwohnerparkplätzen bzw. -parkausweisen wurde geäußert.

Es kamen viele Hinweise zu regelwidrigem oder behinderndem Parken, konkret insbesondere in manchen Wohnstraßen. Ein Thema sind auch in zweiter Reihe haltende Lieferdienste, die den Verkehrsfluss stören. Am Schulzentrum Mitte wird eine bessere Ordnung des Bring- und Holverkehrs gefordert, um die Verkehrssicherheit zu erhöhen.

Der öffentliche Nahverkehr spielt sowohl in den Angaben zur Mobilität als auch bei den konkreten Hinweisen eine untergeordnete Rolle. Das Angebot im Busverkehr wird als eingeschränkt angesehen und unterliegt zudem einer starken Unkenntnis. Eine attraktivere Gestaltung des Bahnhofs mit besserer Verknüpfung der Verkehrsmittel ist vielen Teilnehmenden sehr wichtig oder wichtig.

Wenn Sie mehr über die Befragungsergebnisse wissen möchten, können Sie die ausführliche Dokumentation hier herunterladen:

Download der Dokumentation der ersten Öffentlichkeitsbeteiligung

In der Kartenanwendung können Sie sich alle Einträge anschauen

Weitere Informationen

Was ist ein Integriertes Verkehrskonzept?
Ein Integriertes Verkehrskonzept ist ein strategischer Rahmen für die Verkehrsentwicklung. Dieser enthält neben den Zielen, die die Stadt anstrebt, auch Handlungsempfehlungen und einen Maßnahmenkatalog, der zur Zielerreichung dient. Diese Maßnahmen werden durch eine Priorisierung und durch Aussagen zur Finanzierbarkeit und zu bestehenden Förderprogrammen sowie zu Personalbedarfen und Verschneidungen zu anderen Themenfeldern zu einem integrierten Gesamtkonzept zusammengeführt.
Was ist Mobilität?
Unter Mobilität wird der individuelle Möglichkeitsraum verstanden, durch Ortsveränderungen am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben und seine/ ihre Bedürfnisse zu befriedigen. Verkehr bezeichnet die realisierten Ortsveränderungen. Im Integrierten Verkehrskonzept sollen diese beiden Perspektiven auf die Bewegung von Menschen und Gütern eingenommen werden.
Was ist das Ergebnis des Konzepts?

Endergebnis des Konzepts sind vor allem die Maßnahmen, die im Konzeptbericht stehen. Diese können nun von der Verwaltung umgesetzt werden, wobei hierzu teils noch weitere Abstimmungen nötig sind. Die Maßnahmen bauen auf der Analyse, den Zielsetzungen sowie auf der Beteiligung der Öffentlichkeit, der Politik und der Fachstellen auf. Neben dem Hauptergebnis, dass die Maßnahmen nun aufzeigen, was getan werden soll, ist jedoch auch ein wichtiges Ergebnis an sich die Verständigung darüber, wo die Problematiken gesehen werden und wohin man sich entwickeln möchte.

Download: Präsentation in der Fachausschuss-Sitzung vom 24. Mai 2022
Download: Gesamtbericht Integriertes Verkehrskonzept Innenstadt Geseke

Welche Verbindlichkeit hat das?

Das Integrierte Verkehrskonzept ist ein sogenanntes informelles Konzept, das heißt, es dient lediglich verwaltungsintern als Vorgabe und Richtschnur. Die Maßnahmen des Integrierten Verkehrskonzeptes wurden von den zuständigen Fachausschüssen der Stadt Geseke gestuft beschlossen. So besteht für die meisten Maßnahmen ein Umsetzungsauftrag für die Verwaltung. Bei einigen Maßnahmen müssen die Fachausschüsse noch zur weiteren politischen Beratung hinzugezogen werden. Insgesamt hängt die Umsetzung auch von den zur Verfügung gestellten Haushaltsmitteln ab. Teilweise hat sie auch mit anderen Akteuren wie dem Kreis Soest oder Straßen.NRW oder mit umfassenden städtebaulichen Planungen zu tun

Download: Beschluss Integriertes Verkehrskonzept Innenstadt Geseke