Integriertes Verkehrskonzept Innenstadt

Die Stadt Geseke stellt ein Integriertes Verkehrskonzept für die Innenstadt auf, um einen zukunftsorientierten Handlungsrahmen für die Mobilitäts- und Verkehrsentwicklung in der Innenstadt zu erhalten. Hierin sollen aufbauend auf einer Analyse der aktuellen verkehrlichen Situation zunächst Zielsetzungen erarbeitet und anschließend konkrete Empfehlungen zu verkehrlichen sowie zu straßen- und stadtgestalterischen Maßnahmen enthalten sein.

Es wird grundsätzlich angestrebt, Barrieren im öffentlichen Raum zu verringern, die Verkehrssicherheit zu erhöhen, eine Stärkung des öffentlichen Personennahverkehrs und des Fuß- und Radverkehrs zu erreichen und die Ordnung des ruhenden Verkehrs zu optimieren. Mit dem Integrierten Verkehrskonzept Innenstadt sollen eine ganzheitliche Strategie und konkrete Maßnahmen entwickelt werden, mit denen eine nachhaltige Mobilität unter Einsparung und Vermeidung von Emissionen erreicht und die Innenstadt Geseke als attraktiver Lebens-, Einkaufs- und Arbeitsstandort gefördert wird.

Sehen Sie sich auf dieser Seite die folgenden Zwischenergebnisse des Konzepts an – sortiert nach absteigender Aktualität:

  • Ergebnisse der zweiten Beteiligungsphase (Maßnahmenentwurf)
  • Ergebnisse der Analyse und Zielsetzungen für das Verkehrskonzept
  • Ergebnisse der ersten Beteiligungsphase (Analyse und Ziele)
Voraussichtlich Anfang nächsten Jahres wird dann der abgestimmte Maßnahmenentwurf im Gesamtbericht des Konzeptes abschließend hier veröffentlicht werden können.

Ergebnisse der zweiten Beteiligungsphase

Bei der erfolgten Beteiligung ging es um den planerisch entwickelten Maßnahmenentwurf, zu dem die Bürgerinnen und Bürger aufgerufen wurden, ein Feedback zu geben. Die einzelnen Maßnahmen konnten nach ihrer Wichtigkeit bewertet sowie kommentiert werden. Vom 19. August bis zum 15. September 2021 war hier auf der Website die Beteiligungsmöglichkeit freigeschaltet – mit 360 Teilnehmenden ein neuer Rekord! Wir möchten uns wieder sehr für die rege Beteiligung bedanken. Insgesamt kamen 1.095 Kommentare sowie 68 eigene Maßnahmenvorschläge der Bürgerinnen und Bürger zusammen.

Wie anhand der ersten Beteiligung zu erwarten (siehe unten), stießen insbesondere die Maßnahmen, welche auf konkrete Verbesserungen für den Fuß- und Radverkehr sowie für die Barrierefreiheit abzielen, auf eine sehr positive Resonanz. Fast 90 % der Teilnehmenden ist ein Mittelstreifen über die Ernst-von-Bayern-Straße in Höhe der Verbindung Am Sandgraben – Lorenzgasse sehr wichtig oder wichtig. Weitere Querungsstellen für den Fußverkehr zu verbessern oder neu einzurichten, Zebrastreifen anzulegen sowie die Gehwege auszubauen fanden jeweils rund 80 % der Teilnehmenden sehr wichtig oder wichtig. Außerörtliche Geh- und Radwege, eine Fahrradstraße Am Sandgraben und in der Dr.-Sonnenschein-Straße, Fahrrad-Schutzstreifen auf der Störmeder Straße und an der L 549 Alhardstraße – Markusstraße (mit der sinnvollen Anregung, diese in der Delbrücker Straße bis zum Ortsausgang fortzusetzen), Einbahnstraßen für den Radverkehr zu öffnen und hochwertige Fahrradbügel aufzustellen fanden jeweils zwei Drittel der Teilnehmenden sehr wichtig oder wichtig. Zudem finden 60 % eine Fahrradzone innerhalb des Walls sehr wichtig oder wichtig, der Durchgangsverkehr durch die Innenstadt soll vermieden werden.

Die zur Erhöhung der Verkehrssicherheit vorgesehenen zwei neuen Kreisverkehre an der Ernst-von-Bayern-Straße finden jeweils zwei Drittel sehr wichtig oder wichtig. Fahrbahnverschmälerungen kamen dagegen gerade auf der Haholdstraße nicht so gut an, die Teilnehmenden plädieren eher für eine Ausweitung der Geschwindigkeitsüberwachung. Während 70 % eine Einbahnstraße in der Westmauer sehr wichtig oder wichtig finden und etwas mehr als die Hälfte in der Ostmauer, scheiden sich an den vorgeschlagenen Einbahnstraßen Bachstraße, Hellweg und südliche Ostmauer die Geister.

Der ruhende Kfz-Verkehr soll besser geordnet werden, auch durch die Markierung von Parkflächen in den Wohnstraßen. Für einzelne kleine Bereiche im Zentrum sollen Bewohner*innen-Parkausweise ausgestellt werden. Knapp zwei Drittel finden es zudem sinnvoll, die Mitnutzung großer privater Sammelstellplätze zu prüfen. Die Parkraumüberwachung auszuweiten finden dagegen die meisten eher unwichtig. Im Falle einer Bebauung des Noltenhofs ist es den meisten wichtig, Ersatz durch eine Tiefgarage zu schaffen. Jedoch halten viele eine Bebauung nicht für sinnvoll.

Die Mobilstation am Bahnhof ist für fast 90 % der Bewertenden sehr wichtig oder wichtig. Mehr als zwei Drittel finden den barrierefreien Ausbau der Bushaltestellen wichtig oder sehr wichtig, auch wenn die Busse laut vieler Kommentare wenig genutzt werden. Emissionsarme Minibusse in der Innenstadt finden mehr als die Hälfte wichtig oder sehr wichtig. Angebotsausweitungen für den Busverkehr kamen abends und am Wochenende etwas besser an als werktags. Als Marketingaktion im ÖPNV schlugen einige vor, günstige Probemonate anzubieten. Von den Teilnehmenden wurde zudem die Förderung des partnerschaftlichen Umgangs im Straßenverkehr vorgeschlagen.

Wenn Sie mehr über die Befragungsergebnisse wissen möchten, können Sie die ausführliche Dokumentation hier herunterladen:

Download der Dokumentation der zweiten Öffentlichkeitsbeteiligung

Ergebnisse der Analyse und Zielsetzungen für das Verkehrskonzept

Als Zwischenstand der Konzepterarbeitung liegen nun die Ergebnisse der planerischen Untersuchung der Bestandssituation sowie die Zielsetzungen für den Verkehr in der Innenstadt vor. Sie dienen als Ausgangsbasis für die Erarbeitung von konkreten Maßnahmen. Dabei wurden die Ergebnisse der ersten Öffentlichkeitsbeteiligung von diesem Frühjahr intensiv berücksichtigt (siehe diese weiter unten).

In der umfassenden Bestandsanalyse wurden sowohl alle Verkehrsarten als auch die Rahmenbedingungen des Verkehrs heute und in Zukunft untersucht. Zusammenfassend wurden Stärken, Schwächen, Risiken und Chancen zusammengestellt. So ist beispielsweise die grundsätzlich gute Erreichbarkeit der Innenstadt zu Fuß und mit dem Rad aufgrund der kompakten Stadtgröße eine Stärke, während die teilweise unattraktiven konkreten Wegeverbindungen als Schwäche gewertet werden können. Oder: in der Innenstadt liegt die Auslastung der Parkplätze insgesamt unter 60 %, während in einigen Bereichen, zu einigen Zeiten und für manche Nutzergruppen Defizite vorliegen. Die gesamte Analyse kann im Zwischenbericht angesehen werden (siehe Download).

Aufbauend auf die Analyse wurden Zielsetzungen für den Verkehr der Zukunft in der Geseker Innenstadt erarbeitet. Dabei wurden zunächst die vier grundsätzlichen Leitziele für das Verkehrskonzept herangezogen: Verringerung der Barrieren im öffentlichen Raum, Erhöhung der Verkehrssicherheit, Stärkung des Umweltverbundes (Fuß-, Rad- und öffentlicher Verkehr) und Überprüfung des ruhenden Kfz-Verkehrs. Diese stammen aus dem Integrierten Stadtentwicklungskonzept (ISEK) für die Geseker Innenstadt. Für jedes Leitziel wurden dann konkrete Handlungsziele erarbeitet: etwa barrierefreie Querungsmöglichkeiten zu schaffen oder die Radverkehrsverbindungen in die Innenstadt zu verbessern. Die gesamten Ziele können im Zwischenbericht angesehen werden (siehe Download).

Die Stärken-Schwächen-Analyse und die Zielsetzungen wurden am 24. Juni 2021 im Bau-, Planungs- und Verkehrsausschuss der Stadt Geseke präsentiert. Neben der Diskussion einzelner Punkte wurden die Inhalte insgesamt wohlmeinend angenommen und dienen nun als abgestimmte Basis für die Maßnahmenentwicklung.

Download der Präsentation vom 24. Juni 2021
Download des Zwischenberichts des Integrierten Verkehrskonzepts Innenstadt (Analyse und Zielsetzungen)

Ergebnisse der ersten Beteiligungsphase

Bei der erfolgten Beteiligung ging es um das Mobilitätsverhalten, die Einschätzung der Verkehrssituation heute, räumlich zu verortende Stärken, Schwächen und Ideen sowie um Zielsetzungen für den Verkehr der Zukunft. So konnten vier verschiedene Dialoge mit Fragebögen, Freitextangaben und einer Kartenabfrage beantwortet werden. 211 Personen nahmen teil.

Insgesamt dringt durch, dass vor allem die Bedingungen für den Fuß- und den Fahrradverkehr verbessert werden sollen. So ist es 88 % der Teilnehmenden sehr wichtig oder wichtig, dass die Querungsmöglichkeiten über die Straße zu Fuß und im Rollstuhl allgemein verbessert werden. Zwei Drittel möchten zudem, dass der Bereich innerhalb der Umwallung insgesamt für den Fußverkehr attraktiver gestaltet, weiter verkehrsberuhigt und von Kfz-Durchgangsverkehr freigehalten wird.

Über 80 % der Teilnehmenden finden eine Verbesserung der Verbindungen für das Fahrrad in die Innenstadt sehr wichtig oder wichtig. Innerhalb des Wallrings soll der Fahrradverkehr bevorrechtigt werden. Von großer Bedeutung ist zudem die Ausweitung der Radabstellanlagen am Bahnhof und im Zentrum.

Ein wichtiges Thema ist jedoch auch die Parkplatzsituation in der Innenstadt, gerade für die Bewohner*innen, von denen 79 % das ihnen zur Verfügung stehende Parkplatzangebot für nicht ausreichend befinden. Eine Prüfung der Mitnutzung großer privater Sammelparkplätze wird zur Entspannung der Parkplatzsituation von vielen als wichtig oder sehr wichtig eingestuft, auch der Wunsch nach Anwohnerparkplätzen bzw. -parkausweisen wurde geäußert.

Es kamen viele Hinweise zu regelwidrigem oder behinderndem Parken, konkret insbesondere in manchen Wohnstraßen. Ein Thema sind auch in zweiter Reihe haltende Lieferdienste, die den Verkehrsfluss stören. Am Schulzentrum Mitte wird eine bessere Ordnung des Bring- und Holverkehrs gefordert, um die Verkehrssicherheit zu erhöhen.

Der öffentliche Nahverkehr spielt sowohl in den Angaben zur Mobilität als auch bei den konkreten Hinweisen eine untergeordnete Rolle. Das Angebot im Busverkehr wird als eingeschränkt angesehen und unterliegt zudem einer starken Unkenntnis. Eine attraktivere Gestaltung des Bahnhofs mit besserer Verknüpfung der Verkehrsmittel ist vielen Teilnehmenden sehr wichtig oder wichtig.

Wenn Sie mehr über die Befragungsergebnisse wissen möchten, können Sie die ausführliche Dokumentation hier herunterladen:

Download der Dokumentation der ersten Öffentlichkeitsbeteiligung

In der Kartenanwendung können Sie sich alle Einträge anschauen

Weitere Informationen

Das Untersuchungsgebiet Innenstadt beinhaltet den historischen Stadtkern Gesekes innerhalb der Wallanlage (Straßen Nordmauer, Ostmauer, Südmauer und Westmauer) sowie den Bahnhofsbereich. Darüber hinaus werden aber auch relevante Randbereiche wie der Straßenring aus B 1, L 549, K 58 und L 749 um die Innenstadt mit berücksichtigt.

Wie genau diese Strategie und Maßnahmen für Gesekes Innenstadt aussehen sollen, wird zusammen durch die Stadt Geseke, die beauftragten Planungsbüros LK Argus Kassel und plan:mobil, wichtigen Akteuren der Stadtgesellschaft und die interessierte Öffentlichkeit entwickelt. Eine rege Beteiligung der Einwohnerinnen und Einwohner ist erwünscht, denn es geht um Ihren Lebens-, Arbeits- und Einkaufsstandort – die Geseker Innenstadt! Machen Sie mit!

Neugierig geworden? Weitere Informationen zum Integrierten Verkehrskonzept Innenstadt finden Sie in den FAQs